Tourismus kämpft mit neuen Corona-Regeln

Kritik

Tourismus kämpft mit neuen Corona-Regeln

Hotelier und Ex-NEOS-Politiker Schellhorn: "Die Leidtragenden sind bei diesem Pfusch schon wieder einmal die Unternehmer". Er fände 2G "übersichtlicher und sicherer".

Auf die in der Pandemie ohnedies besonders leidgeprüften Hoteliers und Gastronomen kommen jetzt im Wochentakt neue Corona-Regelungen zu. Das mitten im Semesterferien-Geschäft bis an die Gäste durchzukommunizieren wird kompliziert. "Die Leidtragenden sind bei diesem Pfusch schon wieder einmal die Unternehmer", kritisierte der Salzburger Hotelier und Ex-NEOS-Politiker Sepp Schellhorn am Montag im Ö1-"Morgenjournal" des ORF-Radios.

3G löst 2G ab

Bei wem die zweite Impfung länger als ein halbes Jahr her ist, der hat ab morgen kein gültiges Impfzertifikat mehr. Auch Skipässe werden dadurch ungültig. Und ab 19. Februar gilt statt 2G wieder 3G in Hotellerie und Gastronomie, also reichen Tests für den Zutritt. Getestet überall shoppen gehen können Urlauber ab 12. Februar, also eine Woche vorher schon. Derzeit können Ungeimpfte nur in Lebensmittelgeschäften, Apotheken, Trafiken und Tankstellenshops oder online einkaufen.

Am Rande der Legalität

Hoteliers reagieren seit Beginn der Coronakrise rasch und flexibel auf Änderungen. "Wir haben alle Gäste aus Deutschland, die in den nächsten 14 Tagen bei uns anreisen, informiert. Wir müssen jetzt über die Sache drüberkommen, also die Impfpflicht kann ich ja nicht bei den Deutschen auch noch durchsetzen", so Schellhorn.  Und weiter: "Durch die Verkürzung der Gültigkeit von Impfzertifikaten sind Probleme aufgetreten, die praktisch uns immer wieder, man könnte übertrieben sagen, am Rande des Kriminals auftreten lassen."

Die bisherige Wintersaison 2021/22 fand – im Gegensatz zum Vorjahr – nicht komplett im Lockdown statt. Mehrere Wochen waren es aber doch wieder. Hinzu kam die vorgezogene Sperrstunde. In dieser Zeit hofften die Touristiker auf den wichtigen Monat Februar, in den die ansonsten besonders gut gebuchten Semesterferien fallen.

Auf das kommede Wintergeschäft angewiesen

"Es wäre eigentlich der umsatzstärkste Monat im Winter", erklärte Schellhorn. In den vier Wochen im Februar und den zwei Wochen im März mache man fast 50 Prozent des Winterumsatzes, "wenn es normal liefe", so der Hotelier. "Viele sind auf dieses Geschäft angewiesen. Wir müssen schauen, dass wir über die Runden kommen." Das heißt aber nicht, "dass wir die Vorgaben ignorieren, wir müssen es bestmöglich durchsetzen".

2G ist etabliert

Dass dann Mitte Februar laut Regierungsvorgaben von 3G auf 2G umgeschwenkt wird, missfällt dem Unternehmer. "Da kennt sich kein Mensch aus. Also ich als Unternehmer und Hotelier wäre dafür gewesen mit 2G den Winter durchzufahren, weil ich es auch bei meinen Mitarbeitern durchgesetzt habe." Die Gäste würden sich seiner Meinung nach sicherer fühlen, wenn nur ausreichend Geimpfte und Genesene Zutritt zu den Hotels, Restaurants und Cafés hätten.