Impfung

Deutschland hilft Afrika bei Impfstoffproduktion

Freigabe von Patenten sieht Entwicklungsministerin Svenja Schulze weiter kritisch

Deutschland will in vier afrikanischen Ländern den Aufbau von Corona-Impfstoffproduktionen unterstützen. Gerade in Afrika müsse Impfstoff hergestellt werden können, auch wenn das kompliziert sei, sagte Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) am Dienstag nach einem Besuch der nordrhein-westfälischen SPD-Landtagsfraktion in Düsseldorf. Deutschland wolle beim Aufbau von Impfstoffproduktionen in Südafrika, Ghana, Ruanda und Senegal helfen.

Eine Freigabe der Patente für Corona-Impfstoffe sieht Schulze kritisch. Wichtig sei, dass angesichts immer neuer Corona-Virusvarianten weiter an Impfstoffen geforscht werde. Vor Ort in den Entwicklungsländern müsse das Know-how für die Impfstoffherstellung geschaffen werden, sodass in Zukunft dort auch Vakzine gegen Malaria und andere Tropenkrankheiten produziert werden könnten.

Deutschland engagiere sich intensiv in der EU-Partnerschaft für eine gerechte Impfstoffverteilung und den Aufbau von Produktionskapazitäten in Entwicklungsländern, sagte Schulze. Die Corona-Impfstoffe selbst seien heutzutage nicht mehr knapp. Es gehe jetzt um die Logistik der Impfkampagne, um die Versorgung mit Schutzausrüstung wie Handschuhen sowie um funktionierende Kühlketten, damit die Impfstoffe zu den Menschen kämen.

"Wir müssen eine weltweite Impfkampagne organisieren", sagte Schulze. Davon hänge auch die Sicherheit in Deutschland ab. In Europa liegt die Impfquote nach früheren Angaben von Schulze bei 70 Prozent, auf dem afrikanischen Kontinent unter zehn Prozent.