Spitäler

Corona

Tiroler Kliniken wollen "normaleren" Kurs ab Herbst

Landeskrankenhäuser wollen Covid "nicht mehr alles unterordnen" und ähnlich agieren wie bei Influenza - Arbeitsgruppe wurde eingerichtet

Tirols Landeskrankenhäuser plädieren für einen "normaleren" Corona-Kurs ab Herbst. "Es kann nicht sein, dass wir immer alles andere unterordnen", sagte die ärztliche Leiterin der Tirol Kliniken, Alexandra Kofler, zur "Tiroler Tageszeitung" (Montagsausgabe).

Man wolle künftig mit Covid umgehen wie mit Influenza und dafür auch ein Hygienekonzept erstellen, so Kofler weiter. An der Innsbrucker Klinik wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

Gezieltes Testen in sensiblen Bereich soll wirksamer sein

Ginge es nach den Ärzten in Innsbruck, würden die Massentestungen auch im Herbst ausbleiben. Den Medizinern schwebt gezieltes Testen in sensiblen Bereichen vor. "Die Tests sind ein diagnostisches Mittel und sollten bei Menschen mit Symptomen und in besonderen Bereichen eingesetzt werden", kommentierte die ärztliche Leiterin.

Covid-Patienten sollen im Herbst möglichst von den Ärzten im niedergelassenen Bereich und in den Bezirkskrankenhäusern behandelt werden, schwere Fälle in der Innsbrucker Klinik, so Kofler. Derzeit prüfe die Arbeitsgruppe zudem, ob es die Ganzkörper-Schutzausrüstung bei der Behandlung von Covid-Patienten noch braucht oder ob Maske und Handschuhe ausreichen. "Wir müssen einen etwas normaleren Umgang mit dem Virus schaffen", forderte Kofler.

Spitäler müssen sich aber an Vorgaben vom Bund halten

Da sei entscheidend, auf wen der Gesundheitsminister höre, meinte Kofler. Auch ÖVP-Gesundheitslandesrätin Annette Leja verwies gegenüber der "TT" auf den Bund: "Das Coronavirus hat uns und allen Expertinnen und Experten seit Beginn der Pandemie immer wieder gezeigt, dass keiner exakt vorhersagen kann, wie sich das Virus verhalten wird." Aufbauend auf die Vorbereitungen des Bundes arbeite das Land an verschiedenen Pandemieentwicklungen, versicherte Leja.

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) hatte vor Kurzem einen Variantenmanagementplan präsentiert, der von einem besten bis zum schlechtesten Fall reicht. Tirol sei auf alle Szenarien eingestellt, erklärte der Leiter des Krisenstabes, Elmar Rizzoli. Test-und Impfstraßen könnten jederzeit je nach Bedarf wieder hochgefahren werden.